Geistliche Lektüre

Bücher

Was ist damit gemeint?

Bei der Geistlichen Lektüre geht es darum, Bücher oder Texte zu lesen, die einen im persönlichen Leben mit Gott erbauen und stärken.

Es geht nicht nur um Wissenszuwachs, sondern darum, dass das Lesen dem persönlichen Gebetsleben hilft und einen ermutigt, immer weiter im Leben mit Gott zu wachsen. Es soll also ein formatives Lesen sein (nicht hauptsächlich informativ).

Der englische Begriff „spiritual reading“ drückt meiner Meinung nach besser aus, was gemeint ist.

Warum ist es gut?

  • Weil es hilft, immer mehr, immer tiefer und immer grundlegender in die Schönheit des christlichen Glaubens einzutauchen, wenn man über oder von Menschen liest, die eine sehr starke Verbundenheit mit Gott lebten oder in deren Leben sich ein hohes Maß an Weisheit und Erfahrung zeigt.
  • Weil wir immer wieder Nahrung für das Gebetsleben brauchen, eine neue Idee, einen neuen Input, eine neue Sichtweise.
  • Weil wir von dem geformt werden, was wir lesen und welche Gedanken wir in uns aufnehmen.
  • Weil wir die gegenwärtige Zeit in einem weiteren und größeren Zeitfenster sehen können und dadurch mögliche Ideologien der heutigen Zeit besser erkennen oder einordnen können.
  • Weil die Texte oft bewährte Mittel oder Ansichten vorstellen, die über Jahrhunderte gereift sind und dadurch bewährt sind (keine „trendigen“ Ideen, die schnell wieder verfliegen).
  • Weil wir von Menschen profitieren dürfen, die ihr ganzes Lebenswerk einem Thema gewidmet haben.

Wie in den Alltag einbauen?

Es ist empfehlenswert, die Texte langsam zu lesen. Immer nur wenig, damit Zeit und Raum bleibt, um über das Gelesene nachzudenken, die Relevanz der Gedanken im Alltag zu erkennen und es mit dem Leben zu verbinden.

Es macht Sinn, eine fixe Zeit zum Lesen einzuplanen bzw. es in die tägliche Routine einzubauen. Vorschläge dazu: täglich vor dem Schlafengehen, täglich am Beginn der persönlichen Gebetszeit, täglich mitten am Tag zB.: nach dem Mittagessen oder nach dem Power-Nap, wöchentlich am Sonntag, …

Wie wähle ich das richtige Buch? Nimm einfach, was dich gerade interessiert oder lasse dir ein Buch von Freunden oder einer geistlichen Person empfehlen, die dich und deinen Weg ein bisschen kennen. 

Persönliche Erfahrungen und Tipps

Manchmal ist es vorgekommen, dass ich voller Begeisterung ein Buch begonnen habe und dann aber irgendwo stecken geblieben bin, weil mir der Inhalt zu abstrakt oder zu fern war oder einfach, weil ich nicht mehr wusste, um was es vorher ging (falls ich mal länger nicht mehr weitergelesen hatte). Manchmal braucht man noch Zeit und muss erst noch ein bisschen reifen, um Dinge zu verstehen. Ich finde, man kann ruhig ein Buch nach der Hälfte auch wieder zur Seite legen und ein Jahr später nochmal neu beginnen.

Man sollte immer ein geistliches Buch haben, das man gerade liest. Es hilft sooo sehr, um als Person und im Glauben zu wachsen!

Mir hilft auch, mir Informationen über das Buch, den Autor und die Zeit zu beschaffen, um den Inhalt noch tiefgehender zu erfassen. Es gibt einen Podcast „Catholic Classics“, wo verschiedene Bücher gelesen und für die heutige Zeit kommentiert werden. – sehr zu empfehlen!

Geistliche Bücher / Texte – Vorschläge:

Meine persönlichen Favoriten:

  • Philothea – Einführung in das fromme Leben (Franz von Sales)
  • Geschichte einer Seele (Thérèse von Lisieux)

Weitere Vorschläge:

  • Die Benediktregel (Benedikt von Nursia)
  • Die Nachfolge Christi (Thomas von Kempen)
  • Confessiones (Hl. Augustinus)
  • Die innere Burg (Teresa von Avila)
  • Einführung in das Christentum (Joseph Ratzinger)
  • Komm, sei mein Licht (Mutter Teresa)
  • Zeit für Gott (Jacques Philippe)

Texte vom Papst (Enzykliken, Predigten, …)

Texte von vorherigen Päpsten

Weitere Vorschläge: https://treffpunkt-benedikt.net/nimm-und-lies/

Geistliche Lesung – KEY FACTS:

  • Was? Lesen von geistlichen Büchern und Texten
  • Warum? als Nahrung für das persönliche Leben mit Gott
  • Wie? Immer nur wenig auf einmal

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