Bibel lesen

Was?

Die Bibel ist lang und besteht aus vielen Büchern. Es macht Sinn, sich zu überlegen, was man zum Lesen auswählt und wieviel.

Möglichkeiten zum Auswählen des Bibeltextes:

  • Tageslesungen: Es gibt in der katholischen Kirche jeden Tag ausgewählte Textstellen, die dann zB. auch zu den Feiertagen passen. Welche Textstelle dran ist findet man unter: https://www.vaticannews.va/de/tagesevangelium-und-tagesliturgie.html oder auch in der App „Stundenbuch“
  • Bibelleseplan: Mit einem Bibelleseplan kann man die ganze Bibel, das Neue Testament oder ein Buch der Bibel strukturiert lesen. Für jeden Tag ist die Textstelle vorgegeben. Bibellesepläne findet man zu genüge im Internet oder der YouVersion – Bibel-App.
  • ein Buch der Bibel auswählen und Kapitel für Kapitel lesen: Für alle, die nicht gerne einem Plan folgen und nicht ständig das Gefühl haben wollen, hinten zu sein und aufholen zu müssen. Einfach Kapitel für Kapitel, ganz gemütlich 😉

Empfehlung: Als Einstieg eignet sich das Neue Testament am besten (beginnend mit den Evangelien Matthäus, Markus, Lukas, Johannes), da geht es gleich um Jesus.

Warum?

Der ganze christliche Glaube ist auf die Ereignisse und Wahrheiten aufgebaut, die in der Bibel festgehalten sind. Die Bibel ist somit Grundlage des Glaubens.

Durch das Bibel lesen lernt man Gott kennen (wer er ist, wie er ist) und auch Jesus Christus als Person und Erlöser. Wir können erkennen, dass Gott uns liebt, worauf wir, wenn wir wollen, zurücklieben können.

Durch das Bibel lesen finden wir Antworten auf die Fragen, wie Gott sich die Welt und das Leben für uns Menschen gedacht hat. Wir können Gottes „Masterplan“ erkennen.

Wir können erkennen, was wir tun sollen, indem wir erkennen, wer Gott ist.

Wir lernen zu vertrauen, wenn wir lesen, wie Gott in der Vergangenheit schon Großes getan hat.

Durch das Bibel lesen verbinden wir uns mit Gott, hören ihm zu (wird ja auch „Wort Gottes“ genannt) und verbringen bewusst Zeit in seiner Gegenwart.

Wie?

Richtiges Verstehen (Hermeneutik): Die Bibel ist nicht immer wörtlich zu verstehen!

als Gebet: Man wird es nie umsetzen können oder verstehen, was gemeint ist, wenn das nicht am Ende Gott macht, wenn man nicht Gott auch darum bittet.

Methoden:

  • einfach durchlesen
  • anhören (zB.: Stundenbuch-App, YouVersion-App, …)
  • den für sich persönlich wichtigsten Vers markieren oder herausschreiben
  • eigene Gedanken und Verknüpfungen dazuschreiben
  • mit einem Color-Code verschiedenes markieren (hier ein Beispiel, es gibt auch viel Inspiration zB. auf Pinterest)
  • Wichtigen Vers herausschreiben, anstreichen, usw., im Alltag sichtbar machen (aufhängen, …)
  • Verweise in der Bibel suchen und verknüpfen
  • Bibelstelle ziehen und nur diesen einen Vers betrachten, über seine Bedeutung nachdenken
  • Journaling Bible (Bilder malen zu den verschiedenen Bibelstellen)
  • Mit extra Notizbuch, Gedanken zur Stelle aufschreiben
    • ein Beispielraster könnte sein: 1. Zusammenfassung (kurz in eigenen Worten worum es geht), 2. Vers (der für mich wichtigste Vers), 3. Take away (was nehm ich mir daraus mit), 4. Gebet (pers. Gebet auf die Stelle bezogen)
  • Als Gebet, Vers auswendig lernen und zB als Gebt mitten unterm Tag zB Psalm 91
    • Tipp: zum Zahlen auswendig lernen: Zahlen als Entsperrcode am Handy nehmen
    • ein Alphabet mit Versen auswendig lernen
    • App zum auswendig lernen
  • Im Rosenkranz betrachten (eigene Geheimnisse erfinden, die zur Stelle passen)
  • Kommentarbibel lesen, Hintergründe (zB.: Youcat-Bibel)
  • Bücher zum vertiefen lesen (zB.: The better part)
  • Verschiedene Übersetzungen anschauen und die Bedeutung/einzelne Begriffe dadurch besser verstehen
  • in verschiedenen Sprachen lesen (die man kann natürlich ;))
  • einen „Meditation Point“ mitnehmen am Ende der Betrachtungszeit: lesen, warten, Zeit vergehen lassen, still meditieren, am Ende eine Phrase/Wort/Gedanke mitnehmen
  • Handy-Code, Radschloss-Code als Bibelstelle, die einem wichtig sind
  • Videos als Zusammenfassung und für Hintergründe von einem Buch anschauen
  • Lied über eine Stelle anhören oder schreiben
  • mit anderen austauschen, bei Fragen zB.: einen Priester fragen

Wann?

Das Motto gilt: Weniger ist mehr. Lieber weniger lesen und das dann verstehen und leben.

Frage dich am besten selbst: Wo in meinem Tag/ Wo in meiner Woche würde es hineinpassen? – nimm dir zu Beginn wenig vor und mach das aber regelmäßig

Vorschläge:

  • einen Vers in der Früh ziehen -> Vers für den Tag
  • beim Zähneputzen die Tageslesungen/Bibelstelle anhören
  • vor dem Licht abdrehen noch ein Kapitel lesen
  • wichtige Verse an markanten Stellen aufhängen

Mache es dir so leicht wie möglich. Wenn du möchtest, dass es zu deiner Gewohnheit wird, verknüpfe es am besten mit einer schon bestehenden Gewohnheit oder Routine (zB.: Zähne putzen, Zug fahren, Licht abdrehen, …) Richte dir alles schon vorher so ein, dass es leicht geht, lege also die Bibel an einen sichtbaren Platz zB. dein Nachtkästchen oder lasse sie aufgeschlagen am Schreibtisch.

Wo?

Bibel lesen kann man eigentlich überall, durch das Smartphone ist das noch leichter möglich.

Wenn man sich einen Ort aber schon vorbereitet, ist es aber viel leichter, es wirklich zu tun. Falls du vorhast, Stifte zu benutzen, bereite auch diese am besten schon vor.

Welche Folgen hat das Bibel lesen?

Ganz langsam, aber sicher können wir durch das Bibel lesen, Gott besser verstehen und lieben lernen. Wir können immer mehr tun, was wir lesen und die Gute Botschaft mit unserem Leben in Verbindung bringen.

Wir verstehen den Glauben im Gesamten besser und verstehen Zusammenhänge zB. zwischen AT und NT oder zwischen der Bibel und der Lehre der Kirche

Der Glaube und das Vertrauen werden wachsen!!

Persönliches

Durch das Bibel lesen habe ich soooo viel gelernt. Ich habe viele „Methoden“ ausprobiert und habe nun die gefunden, die für mich am besten passt und die schon seit cirka 3 Jahren mein Leben bereichert. Für mich ist das, die Tageslesungen zu betrachten und mir einen „Meditation Point“ mitzunehmen. Wenn ich selbst nichts weiß und ich anstehe, lese ich in einem Buch, um mir Denkanstöße zu holen. Es ist für mich wunderschön, auf diese Weise das Kirchenjahr, alle Feste usw. so richtig mitdenken zu können und ich liebe diese Verbundenheit mit der Weltkirche. Schließlich weiß ich, dass alle, die an diesem Tag die Hl.Messe besuchen oder alle Priester und Ordensleute am gleichen Tag über die gleichen Texte nachdenken.

Die wichtigste Frage für mich ist immer: Was bedeutet das für mich persönlich, jetzt, heute?

Manchmal lese ich zusätzlich irgendwo in der Bibel, wenn ich Zeit und Lust habe oder mich ein Thema speziell interessiert. Zudem bete ich sehr gerne mit den Psalmen.

Quellen

  • Buch: Women of the Word

2 Kommentare zu „Bibel lesen

  1. Ich lese die Bibel nun seit fast 55 Jahren, und sie ist mir noch nicht langweilig geworden. Mir persönlich ist es wichtig, die ganze Bibel zu lesen, deswegen lese ich meist abwechselnd ein Buch im alten und ein Buch im neuen Testament. Ich sage gerne: die Bibel ist ein Word Wide Web. Je länger man liest, desto mehr erkennt man wie alles miteinander zusammenhängt, und nichts davon ist überflüssig, um uns ein tieferes Verständnis von uns selbst, von der Welt und von Gott zu geben. Gott wollte nicht einfach nur viele Worte machen, sondern uns durch jedes Wort etwas sagen.

    Ich bin ein Mensch, der schreibend denkt, deswegen ist Notizen machen für mich sehr wichtig. Jetzt, wo ich Rentnerin bin, genieße ich es, richtig Zeit dafür zu haben, und auch mehr Zeit, um die Bibel zusammen mit anderen zu lesen. Das ist auch eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

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    1. so schön! danke für deine Nachricht! Ich (Teresa) liebe es auch, Notizen zu machen und schreibend zu denken und zu beten 🙂

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