MedAT Vorbereitungs-Tipps

Immer wieder werde ich gefragt, wie ich den MedAT (beim ersten Versuch) geschafft und wie ich mich denn darauf vorbereitet habe. Auch ich habe diese Frage vielen gestellt, nachdem ich entschieden hatte, den MedAT zu schreiben. Schon seit dem Beginn meines Studiums nehme ich mir vor, meine Ratschläge zusammenzuschreiben…und jetzt fast 5 Jahre später habe ich es endlich geschafft. Also hier sind meine Tipps für eine erfolgreiche MedAT Vorbereitung:

Zuerst mal allgemein:

  1. Nicht stressen lassen!
    Diesen Grundsatz hat mir ein höhersemestriger Medizinstudent in meiner ersten Uniwoche mitgegeben und ich habe im Laufe des Studiums gemerkt, wie wichtig diese Grundhaltung fürs Medizinstudium ist! Und auch schon für den MedAT ist es enorm wichtig zu versuchen sich nicht stressen zu lassen. Und diese Coolness ist erlernbar, also hab ruhig Geduld mit dir selbst und versuche bewusst dich nicht von anderen und dir selbst stressen zu lassen!
  2. Praktische Erfahrungen!
    Geh doch einmal ein paar Tage im Krankenhaus oder in einer Ordination schnuppern, mach deinen Zivildienst oder einen Ferialjob in einer Gesundheitseinrichtung oder Ähnlichem. Beim Lernen für den BMS Biologie und vor allem später, wenn du zu studieren beginnst, wirst es dir viel leichter fallen Inhalte zu verknüpfen. Und praktische Erfahrungen können auch deiner Motivation einen erheblichen Schub geben!
  3. Sei offen für Alternativen!
    Das Medizinstudium ist ziemlich spannend und ich verstehe jeden, der es gerne machen möchte. Aber die Medizinwelt hat auch seine Nachteile und andere Berufswelten ihre Vorteile. Also bleib ruhig flexibel und offen für andere Wege!
  4. Dafür beten/ Gott anvertrauen!
    „I will do my best and Jesus will do the rest!“ Dieses Motto für die MedAT-Vorbereitung und fürs Studium kann ich euch nur wärmstens empfehlen. Denn Gott möchte, dass du echt dein Bestes gibst und deine Kräfte voll einsetzt, aber er gibt dir auch seinen Segen dazu und ermöglicht dir die Wege, die du gehen sollst. Ich kann das mit meiner persönlichen Erfahrung nur bestätigen!
  5. Pausen!
    Leg immer wieder Pausen ein und gewähre deinem Gehirn und Körper Ruhe!
    Genug schlafen ist für mich die Voraussetzung, um mich an einem Lerntag gut konzentrieren zu können. Mach täglich Sport, um das viele Sitzen auszugleichen. Versuche am Sonntag weniger oder gar nicht zu lernen und dir bewusst Zeit für Gott, Familie und Erholung zu nehmen. Lerne am Tag vor dem MedAT nicht mehr, um dich auszuruhen.

Am Ende der allgemeinen Tipps möchte ich noch betonen, dass den MedAT zu schaffen auch auf jeden Fall eine große Portion Glück benötigt. Denn es ist echt ein Tag, einmal im Jahr (und hoffentlich einmal im Leben…) und dass man sich genau da gut konzentrieren kann, ist fast mehr ein Geschenk wie eigene Leistung.

Aber natürlich ist eine gute Vorbereitung die beste Voraussetzung für einen erfolgreichen Testtag. Also jetzt konkret, wie habe ich gelernt?

Also ich habe im März vor dem MedAT 2019 angefangen mir langsam Übungsmaterial zusammenzusuchen und kognitiv immer wieder was zu üben, aber nicht sehr intensiv. Dann habe ich in den Osterferien drei Tage einen von der Gespag organisierten Vorbereitungskurs gemacht (damals vom Land OÖ zu 50% gefördert), wo man für die kognitiven Untertests ziemlich gute Tipps bekommen hat. Neben der mündlichen Maturavorbereitung habe ich dann begonnen langsam für den BMS-Teil zu lernen, aber hauptsächlich gelernt habe ich dann nach der Matura. Da habe ich vier Wochen bis zum Test fast nichts gemacht außer Lernen.

Ich hatte einen „studymed premium account“, das war richtig gut, weil man da gute Testsimulationen machen kann und gerade für die Kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten (KFF) extrem viel gute Übungen und Tipps bekommt. Außerdem kann man damit auch einen MedAT Testtag durchsimulieren, was ich mehrere Male gemacht habe, damit übt man auch schon mal den Ablauf gut. Für KFF habe ich außerdem noch ein Buch von MedGuru verwendet (türkis), das war so mittelgut. Für den Unterpunkt „Gedächtnis und Merkfähigkeit“: Ausweisnummern hab ich mir nur die ersten zwei und die letzten zwei Ziffern gemerkt, dafür habe ich 99 Begriffe zu den Zahlen von 1-99  auswendig gelernt. 1-9 war Obst, 10-19 Instrumente usw., dass ich’s mir leichter merken konnte. Die restlichen Fakten hab ich im Kopf in Räumen verteilt oder mit Personen verknüpft. Für „Zahlenfolgen“ habe ich mit Apps Kopfrechnen geübt. Für „Inklusionen erkennen“ gibt’s ziemlich klare Regeln, die man lernen kann.

Für die sozial-emotionalen Kompetenzen „Emotionen erkennen“ und „Soziales Entscheiden“ gibt’s auch Schemata und Regeln, die man erlernen kann. Da zahlt sich’s aus möglichst Aufgaben von verschiedenen „Anbietern“ zu üben, weil die doch alle recht unterschiedlich gestaltet sind.

Für den BMS-Teil habe ich mir von den offiziellen Stichwortlisten aus dem Internet her angeschaut, was wir in der Schule dazu gemacht haben und ich habe von so alten ausgeborgten Skripten gelernt (von einem Vorbereitungskurs einer Bekannten). Im Nachhinein würde ich stattdessen das Buch „MedAT 2024/25: Das Lernskript für den BMS“ vom Elsevier Verlag empfehlen. Das hat eine Freundin von mir verwendet und deckt den BMS-Stoff ziemlich gut ab. Dieses Buch kommt, soweit ich weiß, auch jedes Jahr neu raus.

Ich habe am Ende weit nicht alles perfekt gekonnt! Es geht ja darum besser abzuschneiden als die anderen und nicht darum alles richtig zu haben (was soundso unrealistisch ist).

Rat für den Testtag selbst:

  • Plane alles möglichst stressfrei (Zug früh genug, genug Zeit fürs Frühstück, …)
  • Ändere möglichst wenig an deinen sonstigen Routinen.
    Z.B. wenn du jeden Tag einen Kaffee trinkst, trinke auch am MedAT-Tag einen. Wenn nicht ist es nicht besonders schlau an genau diesem Tag was Neues auszuprobieren, wo du nicht weißt wie dein Körper gemeinsam mit dem Stress reagiert.
  • In der Halle – zumindest im Design Center Linz – ist es richtig kühl. Pulli+ eher lange Hose auch wenn es draußen sehr heiß ist.
  • Bleib in der Mittagspause drinnen, wenn es ein heißer Tag ist. Bei uns hatte es über 30 Grad und, da war es sehr schlau, dem Körper zusätzlich zur Denkbelastung nicht auch noch temperaturmäßig zu belasten. Außerdem spart man sich die Menschenmassen beim Rein- und Rausgehen!
  • Nimm dir was Leckeres zu Essen mit. Mein Essen war damals soweit ich mich erinnere: Bulgur mit gebratenem Gemüse, ein Laugenbrezerl, Nussmüsliriegel und Zitronenwasser.
  • Lass dich nicht von deinen Sitznachbarn und den Gesprächen bevor‘s losgeht stressen! Du musst mit keinem Reden, wenn du nicht möchtest. Fokussier dich auf die Aufgaben vor dir und schau auf deine Bedürfnisse, um dich gut zu konzentrieren!
  • Sei früh da und setz dich eher vorne in die Halle. Wenn du nicht deine hunderten Konkurrenten vor dir siehst, wirst du weniger entmutigt werden.
  • Kleine Patzer passieren – keine Angst, du fliegst nicht gleich raus! Ich habe einmal unabsichtlich zu früh umgeblättert, wurde darauf hingewiesen und war selbst glaub ich mehr erschrocken und verärgert als die Aufpasser ;))
  • Es ist normal, dass du nachher komplett fertig bist und die meisten haben kein gutes Gefühl! Also lass dich nicht beunruhigen, du hast dein Bestes gegeben, jetzt erhol dich gut, das hast du reichlich verdient!

Vorbereitung einer Freundin von mir, die’s auch beim 1. Mal geschafft hat (auch MedAT 2019):

Ich habe Anfang Jänner mit dem Lernen gestartet, anfangs immer 30 Minuten pro Tag kognitiv geübt. Weiter habe ich extra Fächer maturiert, wo sich die Themengebiete mit denen vom MedAT überschneiden (in meinem Fall: Bio, Mathematik – aber Chemie und Physik wären genauso gegangen), damit ich mir Lernzeit erspare. So gut es ging, habe ich nebenbei mehr für den MedAT gelernt als die halbe Stunde täglich.

Nach der Matura habe ich noch 4 Wochen intensiv gelernt, also mehrere Stunden täglich.

Ich habe kognitiv (fast) nur mit dem Medbreaker gelernt, also den kann ich empfehlen!

Für BMS hatte ich das „get to med Skript“, ifs-vorbereitungskurs hab ich auch gemacht, kann ich aber nicht so empfehlen.

Probier mal die kognitive Testsimulationen von z.b. Medbreaker und schau dann, wo du dich schwer tust & lern das dann gut.

Noch ein paar Tipps, die mir geholfen haben:

  1. Wichtig ist es, bald mit den kognitiven Übungen zu beginnen! BMS kann man schneller in kurzer Zeit lernen, KFF braucht es einfach eine lange Zeitspanne damit man besser wird!
  2. An Apps kann ich empfehlen:
    pawoo (für wortflüssigkeit), studymed (Gratisversion sind einige Fragen freigeschalten), medat2go
  3. Für Wortflüssigkeit: nur jeden zweiten Tag üben (keine Ahnung wieso, aber hat mir geholfen😂), mit kurzen Wörtern starten und immer 15 Wörter versuchen und dabei einen Timer auf 20 min stellen.
  4. Schreib dir auf, wie viel du geschafft hast und versuch das immer zu steigern.
  5. Vormittags stand bei mir immer BMS am Programm, nachmittags dann kognitiv und dann nochmal BMS. Kognitiv am Nachmittag üben macht Sinn, weil es am Testtag auch erst nach der Mittagspause ist, wenn man schon etwas erschöpft ist.😊Ich würd dir generell raten, das Lernen an den Testtag „anzupassen“, damit mein ich:
  6. Stell dir kognitiv immer eine Stoppuhr, dann kannst du nach einer Zeit einschätzen wie lange du pro Aufgabe herumtüfteln kannst.
  7. Bei Gedächtnis und Merkfähigkeit nach der Einprägungsphase Zahlenfolgen und Wortflüssigkeit üben, erst dann Fragen zu Gedächtnis und Merkfähigkeit beantworten.
  8. Genug Testsimulationen und kognitive ganze Durchläufe machen! Wichtig dabei: alles hintereinander ohne Pausen (außer Mittagspause) wie beim echten Test.
    Viel Glück!

Zum Schluss bitte beachten: Wir haben uns beide 2019 auf den MedAT vorbereitet und sind nicht am aktuellsten Stand, was die Vorbereitungsmöglichkeiten/ den Testablauf und die genauen Aufgaben betrifft. Da müsst ihr euch einfach online bei den Unis informieren! Und alle Empfehlungen sind ohne irgendwelchen wirtschaftlichen Interessen!

Dann ganz ganz viel Glück und vielleicht sieht man sich ja später mal als KollegIn im Krankenhaus :))

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