Mut zum „ruhigen Studentenleben“

Chaotische Studenten-WGs, viele Sportkurse, wilde Partys, in den Ferien ausgefallene Reisen, Auslandssemester, spannende Wahlfächer…das Studentenleben bietet so einige Möglichkeiten das Leben so richtig vollgas zu leben und zu genießen. Doch muss man das alles machen um ein „richtiger Student“ zu sein? Um dazuzugehören? „Ruhiges Studentenleben“ – ist das nicht ein Wiederspruch in sich?

Meine Antwort ist klar: Nein! Ich denke, wir dürfen ruhig Mut haben den Typ von StudentIn zu leben, den wir spüren, dass Gott von uns haben möchte. Und das kann ganz anders aussehen als das oben skizzierte Bild. Nicht das das schlecht wäre, im Gegenteil, man darf das Leben ruhig auch mal so richtig auskosten und viele neue Dinge ausprobieren. Aber es kann genauso auch dran sein als StudentIn ruhiger zu leben. Sich Zeit für lange Spaziergänge, inspirierende Bücher, Stille Zeiten in einer Kirche, One-to-one Gespräche mit Freunden, Schreiben, Nachdenken..was auch immer zu nehmen. Das wirkt jetzt auf den ersten Blick nicht sonderlich spannend, aber das kann wunderschön sein! Ich glaub wir spüren, wenn wir ehrlich sind, ganz genau, was dran ist. Was unsere Persönlichkeit gerade brauchen würde, um zu wachsen. Um die Person, die Erwachsene, die StudentIn zu werden, die Gott von uns haben möchte. Und nur wenn wir uns trauen dieses Wagnis einzugehen, die Erwartungen von anderen und unserer Gesellschaft zurückzulassen, können wir erst so richtig unsere Persönlichkeit entfalten und das Leben in seiner Größe und Tiefe leben.

„Be who God meant you to be and you will set the world on fire!”
(Hl.Katharina von Siena)

Also haben wir Mut zum ruhigen Studentenleben! Und das kann so so so schwer sein, sich das einzugestehen und wirklich einmal weniger zu machen. Wirklich einmal nicht 20 extra Aktivitäten neben der Pflichtuni zu planen. Mir fällt das unglaublich schwer. Aber wenn ich es auch nur ein bisschen schaffe, merke ich wie ich das was ich mache, ruhiger, bewusster und erfüllter erleben kann, was eine wunderschöne Art und Weise  zu leben ist.

Eine Freundin von mir spürte einmal, dass es dran war ein Semester zu pausieren. Sie hat in diesem Semester nicht wahnsinnige Reisen, Fortbildungen oder sonst was geplant und umgesetzt. Nein, sie verbrachte einfach viel Zeit in Stille und Ruhe. Sie hat darauf gehört, was ihre Seele gerade brauchte. Und ich habe gesehen, dass sie in dieser Zeit gereift ist, wie sie es neben anderen Dingen nicht hätte können. Das wars definitiv wert. Ich bewundere echt diesen Mut auf das eigene Herz zu hören!

Zum Schluss noch eine kleine Anmerkung: Das heißt jetzt nicht, dass man nichts mehr machen darf oder das Stundentenleben nicht mehr genießen darf! Wirklich nicht! Ich machte und mache das auch, und zwar sehr gerne!! Aber es heißt, ehrlich Gott die Zügel seines Lebens zu übergeben und das zu tun, was man im Gebet spürt, das es dran ist. Und das kann – entgegen der Erwartung unserer Gesellschaft – halt auch ein „ruhiges Studentenleben“ sein!

Somit nachträglich noch einen guten Start ins neue Sommersemester! 😉

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