Warum den Rosenkranz beten? Das Rosenkranzgebet zu verstehen ist nicht leicht, weil es auf den ersten Blick langweilig erscheint. Wenn man es jedoch mal entdeckt, lernt man es schnell lieben, denn es ist ein großer Schatz für das christliche Leben im Alltag.
Gründe, den Rosenkranz zu beten
Mit Maria zu Jesus
- Maria führt uns zu Jesus (im lateinischen „Ave Maria“ steht „Jesus“ genau in der Mitte, also vorher und nachher sind 15 Worte)
- Wir betrachten mit Maria das Leben von Jesus für längere Zeit, sodass wir es immer mehr wirklich verstehen können (verschiedene Geheimnisse „Jesus, der von den Toten auferstanden ist.“ „Jesus, der für uns gekreuzigt worden ist.“, …)
- Maria um Fürsprache bitten
- Wir wollen den Geist Mariens annehmen (ihr Geist ist: Ja zur Aufnahme von Gott)
- Unser Leben Maria anvertrauen, dass sie uns zu Jesus führt (wie so eine Beschützerin unseres Herzens)
- Bei jedem „Gegrüßet seist du Maria“: das ist der Moment der Menschwerdung Gottes (jedes Mal erinnern wir uns daran, dass Gott zu uns kommt: Wir machen uns bereit, wenn der Bräutigam kommt ->Mt 25, 1-13)
- Rosenkranz macht uns im Herzen bereit für Jesus, Jesus aufzunehmen
- Lehrt uns verschiedene Tugenden/ hat verschiedene „Früchte“/Auswirkungen/Folgen: zum Beispiel:
freudenreicher Rosenkranz: 1.Geheimnis: Demut, Stille 2.Nächstenliebe, Aufmerksamkeit, Rücksichtsnahme 3. Armut, Vertrauen 4.Gehorsam, Ehrfurcht vor Gott 5. Ausdauer, Frömmigkeit;
lichtreicher Rosenkranz: Dankbarkeit, missionarischer Eifer 2. Treue 3. Sich selbst sterben 4. Sehnsucht nach der Heiligkeit, Aufmerksamkeit auf Gottes Wort 5. Liebe zur Eucharistie, Anbetung;
schmerzhafter Rosenkranz: 1. Ausdauer im Gebet, Hingabe 2.Reinheit 3. Annahme von Demütigungen, Selbstbeherrschung 4. Kraft, Geduld 5. Vergebung
glorreicher Rosenkranz: 1. Glaube, Freude 2. Hoffnung, nach höheren Dingen streben 3. Liebe, Wahrheit 4. Einheit mit Gott, Betrachtung, Kontemplation 5. Vertrauen auf Marias Fürsprache
-> wenn man die Bibelstellen zu den Geheimnissen liest, checkt man‘s mehr 😉
Gegenwart Gottes
- Wir verbringen bewusst längere Zeit in der Gegenwart Gottes ->verweilen, bleiben, „abide“
- Rosenkranz hält uns den Tod/den Himmel vor Augen ->man kann immer mehr erkennen, was wirklich wichtig ist im Leben und für den Himmel („jetzt und in der Stunde unseres Todes“)
- Man findet eine innere Ruhe und einen inneren Frieden durchs Gebet
- Möglichkeit für inneres Gebet (durch den Rosenkranz eintreten in ein Herzensgebet)
Fürbitte
- Beten für ein bestimmtes Anliegen/Problem (manche Dinge ergeben sich dann von selbst, dann kommen einem plötzlich Ideen oder Lösungsansätze, auf die man nie gekommen wäre, wenn man die ganze Zeit nur über das Problem nachgedacht hätte/ zwanghaft nach einer Lösung gesucht hätte)
- Als Fürbittgebet für andere oder Situationen (bestimmte Anliegen für ein Gesätzchen)
Praktisch
- Kann gut in den Alltag eingebaut werden (Rosenkranz lässt sich gut in die Jackentasche/Hosentasche stecken und dadurch wird man immer wieder daran erinnert, oder Rosenkranzarmbänder)
- Hilfe, wenn freies Gebet/Konzentration schwerfällt
- Schöne Möglichkeit, gemeinsam (zB.: auch für etwas) zu beten
Wie?
- So geht es grundsätzlich: https://www.missio.at/rosenkranzgebet/
- Klein anfangen (je nachdem, was in den Lebensalltag passt zB mal nur das Vorgesätzchen täglich beten)
- Rosenkranz einstecken und am Weg beten (Bus, Gehweg, Wartezeit…)
- Rosenkranz zum Einschlafen (in der Gegenwart Gottes einschlafen)
- beim Fürbittgebet eigene Geheimnisse „erfinden“ (kA ob das theologisch korrekt ist, aber mir hilft es sehr) zB.: der du uns den Frieden schenkst (im Gebet für Kriegsgebiete) , der du N.N. den Hl. Geist sendest , dein Wille geschehe, …
Persönliches
In meiner Familie wurde der Rosenkranz immer als Familiengebet gebetet und oft fand ich das sehr langweilig. Manchmal fiel es mir auch schwer, mich zu konzentrieren bzw. aufmerksam dabei zu sein und ich fragte mich, ob das „legitim“ ist, den Rosenkranz zu beten ohne jedes Wort mitzudenken. Langweilig finde ich es nun nicht mehr, da ich die positiven Auswirkungen in meinem Leben spüre und jetzt hab ich auch keinen Stress mehr, denn ich habe gelernt: man muss nicht immer jedes Wort mitdenken. Das ist ja genau das coole: wenn man mal ein bisschen was „verpasst“, kommt es nochmal.
einfach probieren, einfach tun, dann lernt man’s lieben 😉
Quellen
Video von Don Rupi: „Steht auf, der Bräutigam kommt“ https://youtu.be/Etrw5v-8sis?si=eTUBA1Qr20yPP9vY (abgerufen am 14.10.2023)
Missio Website:
Mother Teresa Center: „The Holy Rosary – Mysteries and Meditations“
Bibel in der Einheitsübersetzung: abgerufen von https://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/bibel/mt25.html am 14.10.2023
Fr. Michael Gaitley: „33 Days to Morning Glory“