Lebensübergabe

Was ist damit gemeint?

Das Wort Lebensübergabe erklärt sich eigentlich von selbst: Es heißt, Gott das eigene Leben zu übergeben.

Ganz freiwillig erklären wir, dass wir Gott mit unserem ganzen Leben lieben wollen. Wenn wir jemanden lieben, vertrauen wir ihm. Wir vertrauen Gott alles Positive, aber auch alles Negative an und auch all unsere Probleme. Wir geben ihm unsere Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Es gibt nichts, das wir ihm nicht geben können.

Warum?

Um diese Frage beantworten zu können, gehen wir zuerst davon aus, dass Gott nicht nur einfach existiert, sondern dass er uns auch liebt. Die Lebensübergabe ist nämlich die Schlussfolgerung daraus bzw. die Antwort auf diese Liebe Gottes.

Das läuft also dann so ab:

  1. Gottes Liebe -> unser Leben

Weil uns Gott liebt, hat er uns unser Leben geschenkt. Wir als Menschen haben nichts dafür geleistet, dass wir leben. Wir leben einfach. Das Leben ist nicht irgendein Recht, das man hat, es ist nicht etwas Selbstverständliches.

2. Unser Leben -> „Danke“ und Versuch zurück zu lieben

Wenn wir das Leben nun als Geschenk von Gott sehen, das er uns aus der Liebe heraus gibt, stellt sich die Frage, was jetzt unsere Aufgabe dabei ist. Wie antwortet man auf ein Geschenk? Richtig, man nimmt es an und man bedankt sich. Wie antwortet man auf Liebe? Man nimmt die Liebe an und liebt „zurück“.  Die Lebensübergabe ist also ein „Danke“ sagen und der Versuch, Gott immer mehr „zurück“ zu lieben, wie er uns liebt.

Welche Folgen hat es?

Echte Freude: Wenn wir unser Leben als Geschenk sehen, uns von Gott geliebt wissen und wir ihm unser Leben anvertrauen, werden wir einen tiefen Frieden und eine echte Freude spüren. Unser Leben ist dann mehr als ein „glückliches Leben“, das sich jeder von uns doch wünscht. Auch in herausfordernden Zeiten können wir nämlich dankbar und voll Freude sein.

Teil eines größeren Plans: Gott möchte immer das Beste für uns und hat den „Masterplan“ für jeden Einzelnen und uns alle gemeinsam. Wenn wir unser Leben Gott übergeben, bedeutet das, wir möchten diesem Plan folgen, wir möchten Teil dieses Planes sein, wir möchten beitragen, was nur wie beitragen können.

Nicht mehr aus eigener Kraft ->Freiheit: Irgendwann kommen wir zu dem Punkt, wo wir merken, wir können das nicht allein. Wir haben das Leben nicht unter Kontrolle. Alles was wir tun, tun wir, wenn wir Gott unser Leben geben, nicht mehr aus eigener Kraft, sondern aus der Kraft Gottes. Das macht uns aber unglaublich frei. Wir brauchen keine Angst mehr zu haben, das etwas schiefläuft. Wenn unser höchstes Ziel ist, für Gott zu leben, dürfen wir in jeder Situation auf ihn vertrauen.

Unser Leben dreht sich dann nicht mehr um uns, es gehört uns nicht mehr. Es dreht sich um das, was Gott will. Es dreht sich um Gott und um die Mitmenschen, denn die Liebe zu Gott wird durch die Liebe zum Nächsten sichtbar. Es ist, wie wenn du jemandem ein Geschenk übergibt: Das gehört dir dann nicht mehr. Du hast dich freiwillig dazu entschlossen, es herzuschenken, weil du den anderen liebst und auf diese Weise deine Liebe ausdrückst.

Achtung! Eine Gefahr ist, dass wir Gott Bedingungen geben. Wir erwarten von Gott, wenn wir ihm doch schon unser ganzes Leben geben, dass er uns auch unbedingt etwas zurückgeben müsse. Wir vergessen dabei, was er uns alles gegeben hat und fokussieren uns auf unsere eigenen Wünsche und Vorstellungen für unser Leben. Wir machen plötzlich selbst Pläne, wie wir glauben, dass das Leben aussehen solle und vertrauen nicht darauf, dass Gott schon weiß, was er tut.

Die Sichtweise auf dein Leben wird sich verändern, wenn du völlig in Dankbarkeit lebst und nebenbei fördert es auch deine Gesundheit und dein Wohlbefinden, wie zahlreiche Studien belegen. 😉

Wie genau?

Diese Lebensübergabe ist nicht etwas, das man einmal macht und dann automatisch auch lebt. Natürlich ist es ausschlaggebend, dass man sich überhaupt einmal entscheidet, aber dann muss man sich immer wieder neu entscheiden. Jeden Moment haben wir die Freiheit, uns für Gott oder gegen ihn zu entscheiden.

Um eine Entscheidung für Ihn zu verinnerlichen und danach zu leben, hilft es, einen kurzen Satz, der diese Entscheidung beinhaltet immer wieder zu beten. Dann wird es mit der Zeit zu einem wirklichen Herzensgebet.

Gebete, die eine Lebensübergabe ausdrücken: 

– „Jesus, ich gebe dir mein Leben.“

– „Herr, auf dich vertraue Ich. In deine Hände lege ich mein Leben“ – aus dem Brevier

– „Jesus, ich vertraue auf dich.“

– „Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu dir. Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich fördert zu dir. Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen dir.“ – Bruder Klaus

– „I give it all to you”

– “I surrender”

– „Today I choose to follow you!”

– das „Vater unser“

– „Dein Wille geschehe.“

– usw. (ev. eigene Formulierung)

Meiner Meinung nach sind diese Art der Gebete die Wichtigsten für unser Leben. Ich habe für mich beschlossen, jeden Tag zumindest einen solchen Satz in mein Tagebuch zu schreiben, um diese Entscheidung wirklich bewusst (so richtig schwarz auf weiß oder blau auf beige) zu treffen und nicht nur so allgemein für mein Leben. Im stillen Gebet beispielweise in der Anbetung kann man so einen Satz auch einfach lange wiederholen und zerpflücken. So ein kurzes Gebet lange zu meditieren hilft sehr, dass man es immer mehr als Herzenshaltung aufnimmt. Ich habe einmal eine Stunde Anbetung lang „Herr, auf dich vertraue ich. In deine Hände lege ich mein Leben“ wiederholt und trotzdem hab ich es noch nicht völlig als Herzenshaltung eingenommen. Also, es ist nie zu viel. 


Lebensübergabe – KEY FACTS:

  • Was? eigenes Leben Gott geben, freiwillig
  • Warum? aus Dankbarkeit, zurücklieben
  • Welche Folgen? Freude, Teil eines größeren Plans, nicht mehr aus eigener Kraft
  • Wie genau? immer wieder konkret entscheiden

Quellen

Dankbarkeitsstudie: https://www.positivepsychologie.eu/Vortraege/Dankbarkeit-als-Weg-zum-persoenlichen-Glueck[11.12.2021] aber es gibt tausend andere Studien, die das belegen

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